Baureifmachung einer Industriebrache in Freiberg in acht Wochen

Durch optimierte Prozesskette zum Erfolg

Auf der Großbaustelle in Freiberg am Neckar musste alles schnell gehen. Nur acht Wochen hatte das Team von Hagedorn Zeit, um das knapp sechs Fußballfelder große Gelände eines Gewerbegebietes für ein Neubauvorhaben vorzubereiten.

Zeit ist Geld

Zielstrebig schlägt Murat den Weg zum Baucontainer ein. Es ist 5.30 Uhr, Morgenröte schimmert am Himmel. Dennoch knipst er das Licht im spartanisch eingerichteten Wellblechbüro an. Stuhl, Tisch, los geht´s. Konzentriert schreibt er den Arbeitsbericht vom Vortag. Ein kurzer Blick auf die Einsatzpläne, dann schnappt er sich die Werkzeugliste und raus geht´s. Viel Organisatorisches gehört mittlerweile zu seinem Alltag auf der Baustelle.

Wertschätzend

Draußen sammelt sich sein Team. Einige der Baufachwerker übernachten im nahen Hotel, andere in Containern. Um 6 Uhr ist Arbeitsbeginn. Vorher teilt Murat Werkzeuge und Maschinen ein und hakt die Liste penibel ab. Das alles zurück kommt, ist halt wichtig. Der gebürtige Türke ist Vorarbeiter bei Hagedorn und weiß, was er tut. Als Bauhelfer ist er vor fünf Jahren gestartet, arbeitete sich zum Entkernungs-Polier hoch und leitet heute eigenverantwortlich ganze Entkernungsteams bei Hagedorn.

Wird es eng, stockt das Unternehmen externe Mitarbeiter auf, bevor Zeit- und Arbeitsdruck zu übermächtig werden. „Um die oft superknappen Zeitpläne auf den Baustellen einzuhalten, setzen wir auch externe Bauhelfer ein“, erklärt der erfahrene Vorarbeiter. Die zusätzlichen Kollegen akquiriert er selbst, sorgt für deren Unterbringung und „nordet“ seine Leute vor jedem Auftrag ein. „Ich nehme jeden Einzelnen im Team ernst, zeige, worauf es ankommt, helfe auch mal. Ich kontrolliere streng, aber ich lobe auch und bin für jeden da“, verrät der überzeugte Hagedorner sein persönliches Erfolgsrezept. Das kommt an. Auf seine Kollegen – auch die Externen – kann er sich verlassen, denn mit vielen von ihnen arbeitet er seit Jahren zusammen.

Gleichzeitig

Auf der Großbaustelle in Freiberg am Neckar muss alles schnell gehen. Nur acht Wochen hat das Team von Hagedorn Zeit, um das knapp sechs Fußballfelder große Gelände des Gewerbegebietes an der Murrerstraße baureif zu machen. Auftraggeber Greenfield Development will eine große Logistikhalle mit Außenanlagen (Straßen, Parkmöglichkeiten, etc.) bis August 2017 schlüsselfertig an den Mieter, die LGI Logistics Group, übergeben.

Dafür müssen die Profis erst einmal die vorhandenen Altgebäude abbrechen. Parallel arbeitet das Tiefbauteam bereits an der erforderlichen Bodenverbesserung: 12.000 t im Cut-and-Fill-Verfahren stabilisieren, Rüttelstockpfähle einbringen. So geht solide Tiefengründung.

Komplex

Was so einfach klingt, ist insgesamt ein vielschichtiger Prozess, der detaillierte Planung, enorme Fachkenntnis, hochmodernes Gerät und ausreichend Manpower erfordert. 115.000 m³ umbauter Raum müssen bei diesem Projekt zunächst entkernt, von Schadstoffen befreit bzw. saniert und das belastete Material fachgerecht entsorgt werden, bevor an einen Abbruch überhaupt zu denken ist.

Wie in einem Ameisenstock geht es auf der riesigen Baustelle zu: Noch während der Sanierungs- und Entkernungsarbeiten macht sich ein Team mit großem Gerät an anderer Stelle bereits an den Abbruch. Hagedorn-Polier Manfred Lükemeyer hat ganze Arbeit geleistet. Der Ablauf von Manpower und Maschinen läuft wie am Schnürchen. Auch die Dumper sind in das Szenario eingebunden und liefern Fuhre um Fuhre zum Brecher. Im rumpelnden Dauereinsatz bereitet er das Abbruchmaterial zu wiederverwertbarem Recyclingmaterial auf. Auf diese Weise werden auch noch 45.000 t Beton in einen wieder brauchbaren Wertstoff verwandelt, der aus den alten, „nebenbei“ aufgebrochenen Zuwegungen stammt.

Schnell

„Bei engstem Zeitplan müssen alle Räder ineinander greifen, sonst wird es schwer“, weiß Mirco Greitemeier. Als Projektleiter erarbeitete er die Planung. Und es wird schwer – gleich am Anfang. Trotz sorgfältiger Vorbereitung wartet auf das Hagedorn-Team eine Überraschung, von der auch Auftraggeber Greenfield nichts wusste: Auf den abzubrechenden Hallen befinden sich jede Menge Dachpappe, Styropor, Folie und bituminöse Anhaftungen.

Murat organisiert Personal, Mirco Greitemeier telefoniert mit dem Kunden, bestätigt weiterhin die Deadline: „Da braucht man auf einmal sehr viel mehr Hände als geplant und muss blitzschnell reagieren.“ Auftraggeber Greenfield staunt nicht schlecht, als mit der Übergabe des Grundstücks pünktlich auf die Minute über 40 Kollegen in Hagedorn-Montur auf die Baustelle strömen und sofort auf den Dächern loslegen. Als wäre es nie anders geplant gewesen. Um den Zeitplan tatsächlich einzuhalten, wird in Schichten rund zehn Stunden bei jedem Wetter gearbeitet. Auch am Wochenende.

Fokussiert

„Der Zeitdruck wird von Mietern der Logistikimmobilien – meist große Unternehmen wie Porsche, Mercedes, Amazon, Zalando – bereits an die Developer weitergegeben und schwappt, ab dem ersten Tag an dem wir einsteigen, auf uns über. So läuft es und darauf haben wir uns eingestellt“, ist auch die Erkenntnis von Thomas Hagedorn, der alle Baustellen persönlich kontrolliert – nicht ohne sein Team dabei zu motivieren.

Bei hohem Zeitdruck punktet Hagedorn einmal mehr mit seiner ineinandergreifenden Prozesskette. „Wir haben uns mittlerweile auf den Hochgeschwindigkeitsbau spezialisiert. Das macht uns stark“, unterstreicht der Unternehmenschef. Spricht´s und will los: Getränke für seine gesamte Baumannschaft organisieren.

 

Informationen

www.unternehmensgruppe-hagedorn.de