Hagedorn zertrümmert mit Robotern die Ärztekammer

Stück für Stück fällt ein Wahrzeichen Hannovers

Hagedorn lässt ein Wahrzeichen aus der Zeit des Aufschwungs verschwinden. Einst bombensicher gebaut, um bei einem möglichen Dritten Weltkrieg als Notfallkrankenhaus zu dienen, müssen die vier wuchtigen Hochhausflügel der Ärztekammer jetzt nach und nach weichen.

Breite Flure und große Aufzugschächte, verborgen hinter einer verspiegelten Fassade. Asbest, Formaldehyd und schlechte Dämmung – das Gebäude aus den Sechzigern entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an einen Bürokomplex. Es muss somit Platz machen für den geplanten Neubau der Ärztekammer.

Mit Schlagkraft voran

Nach Entkernung und Schadstoffsanierung hat inzwischen der Abbruch begonnen. Mit ferngesteuerten Elektrorobotern rückt man den neun Stockwerken eins nach dem anderen zu Leibe. Per Joystick und aus sicherer Entfernung brechen die Roboter die Etagen von außen nach innen, von oben nach unten ab. Die Geräte sind leicht und wendig, können nah am Abgrund arbeiten und haben die Kraft wie herkömmliche 14-Tonner.

Der Abbruch wird bis in den Herbst hinein dauern, da das Gebäude sehr solide gebaut ist und aufgrund der engen Bebauung erschwerte Bedingungen vorgegeben sind. Die Nachbarhäuser sind mit Erschütterungsmeldern ausgestattet. Diese lösen in unterschiedlichen Warnstufen Alarm aus, sobald die Vibrationen auf der Baustelle auf den angrenzenden Grundstücken spürbar werden.

Schneekanone im Sommereinsatz

Um Staub weitestgehend zu vermeiden, wurde eine Schneekanone installiert. Der Betrieb ohne Kühlung sorgt für Sprühnebel und dieser bindet die feinen Staubpartikel in der Luft. Der angefallene Bauschutt wird zunächst nicht abtransportiert, sondern in den Kellergeschossen deponiert. Dort sorgt er als Ballast dafür, dass bei fortschreitendem Abriss die leichten unteren Geschosse nicht vom Grundwasser aufgeschwemmt werden.

 

Informationen

www.unternehmensgruppe-hagedorn.de