Rückbau Hochbunker Frankfurt

Abbruch im dicht besiedelten Wohngebiet

Auf dem ehemaligen Betriebshof der Frankfurter Verkehrsgesellschaft im Frankfurter Stadtteil Höchst entstehen zurzeit 250 neue Wohneinheiten.

Im Zuge dieser Bebauung soll auch der auf dem Gelände befindliche Luftschutzbunker aus dem vergangenen Jahrtausend rückstandslos weichen und ebenfalls Platz für neuen Wohnraum schaffen.

Der Bunker hatte neben dem Erdgeschoss noch zwei Obergeschosse und war nicht unterkellert. Auf der Luftschutzdecke aus Stahlbeton befand sich eine gemauerte, bogenartige Konstruktion, die mit Bimsstegdielen überbaut war. Die Gesamtkubatur des Bunkers betrug etwa 6.500 m³ feste Masse.

Das abzubrechende Objekt stand –typisch für Bunker, die einst dem Zivilschutz dienten- in einem dicht besiedelten Wohngebiet, dessen Häuser erst vor kurzem errichtet bzw. renoviert wurden.

Um die geltenden Regularien in Bezug auf Lärm und Erschütterungen einhalten zu können, wurde der Abbruch mit schwerem Felshammer auf ein Minimum begrenzt. Dies ging bereits aus den im Vorfeld der Maßnahme erstellten Fachgutachten hervor.
Somit entschied man sich, die bis zu 2 m starken Bauteile vor Beginn des maschinellen Abbruchs sprengtechnisch aufzulockern, bzw. deren Querschnitt somit zu verringern. Hierzu wurde die Firma Robert Zeller GmbH & Co. KG aus Offenbach am Main mit den Spreng-und Abbrucharbeiten durch die Fa. Züblin AG beauftragt.

Aufgrund der dichten Nachbarbebauung, die in Teilbereichen direkt bis an das abzubrechende Objekt heran reichte, war die durch das Büro Dr. Lichte erstellte Erschütterungsprognose ein wichtiger Leitfaden zur Festlegung der sprengtechnischen Parameter.
Die vertikalen Bohrlöcher der Luftschutzdecke konnten mit einer schallgedämpften Bagger-Anbaulafette hergestellt werden. Diese wurden in einem Raster von ca. 0,60 m x 0,60 m erstellt, wobei die maximale Lademenge pro Bohrloch bei ca. 0,20 kg lag.

Zur Herstellung der vertikalen Bohrlöcher in den 2,00 m starken Außenwänden wurde beim Verbandskollegen Thüringer Spreng GmbH ein zusätzliches Bohrgerät vom Typ Sandvik Comando 130 angemietet.
Die Sprengung der Wand erfolgte dann abschnittsweise. Die Aufgabe bestand darin, den Querschnitt der Wand auf ca. 1,60 m zu reduzieren, sodass der folgende maschinelle Rückbau durch den Einsatz einer Abbruchzange möglich war.
Nach Durchführung der ersten Wandsprengungen, welche durch das Büro Dr. Lichte an 4 Punkten messtechnisch überwacht wurde, konnten die Sprengstoffmenge sowie die zunächst gewählte Vorgabe den örtlichen Verhältnissen angepasst und somit das Sprengergebnis optimiert werden.
So war es noch möglich, durch Herstellung von nur einer Bohrlochreihe, ca. 0,60 m der Wand abzusprengen. Somit konnte der verbliebene Restquerschnitt der Wand auf lediglich 1,40 m reduziert werden. Hierzu kamen gestreckte Ladungen zum Einsatz, die elektrisch gezündet wurden.

Der anschließende Abbruch des Stahlbetonbauwerks erfolgte dann mit einem Hydraulikbagger des Typs Liebherr R 976, der mit einer NPK S100 ausgerüstet war.
Der Rückbau der 1,40 m starken Bauteile- die aufgrund der Sprengungen bereits angeschlagen waren- verlief reibungslos, sodass die eigentlichen, oberirdischen Abbrucharbeiten innerhalb von 5 Wochen abgeschlossen wurden.

Informationen

www.zeller-abbruch.de