Max Wild demontiert Brücke mit Litzentechnik

746 Tonnen-Hub am Neckartalübergang in Heilbronn

Im Rahmen des ÖPP-Projektes „Verfügbarkeitsmodell A6“ führen die „Profis ohne Grenzen“ im Auftrag der BAUARGE A6 West den Rückbau des Neckartalübergangs zwischen den Anschlussstellen Heilbronn/Neckarsulm und Heilbronn/Untereisesheim durch.

Die vier Bauwerke mit einer Gesamtlänge von 1326 m stellen dabei an den Abbruchspezialisten eine anspruchsvolle Aufgabe. An zwei Wochenenden im Mai 2019 hat Max Wild den Rückbau des Abschnitts Neckarbrücke mit Einsatz der Litzentechnik ausgeführt.  Die Litzentechnik ist aus dem Bauwesen und aus dem Bereich der Elektrotechnik oder der Hebetechnik bekannt. Bei dieser Technik werden Kabelstränge zur Verlagerung von schweren Lasten eingesetzt. Im Bereich Schwerlast kommen zusätzlich hydraulische Vorrichtungen zum Einsatz.  Das erfahrene Team von Max Wild setzt die Litzentechnik bereits seit Jahren routiniert ein. Aus diesem Grund war auch das längste zu bewegende Aushubteil dieses Bauabschnitts mit rund 137 m Länge und gewaltigen 746 t Gewicht kein Hindernis für die Einhaltung des Zeitplans der Arbeiten. Zusätzlich spannend: Die ganze Aktion galt als Balanceakt, bei dem zwei unterschiedlich schwere Brückenteile gleichzeitig ausgehoben und auf schwimmende Pontons abgelassen wurden.

Die Basis für die Litzentechnik, die von Max Wild im Abbruch angewendet wird, sind Ober- und Unterköpfe, die digital über den Computer gesteuert werden. Sobald ein Hydraulikstempel ausgefahren wird, öffnet sich die Klemmvorrichtung des Oberkopfes während das gesamte Bauteilgewicht durch den Unterkopf gehalten wird. Nach dem Nachfassvorgang wird der Oberkopf geschlossen, der Unterkopf geöffnet und der Ablassvorgang wird fortgeführt. Durch die Eigenlast senkt sich das Bauteil anschließend nach unten ab. Ein komplexer Ablassvorgang wie am Neckartalübergang kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen.

Technische Präzision und durchdachtes Logistikkonzept:  Rückbau des Abschnitts „Neckarbrücke“ mit Litzentechnik in 4 Schritten 

Im ersten Schritt, während der vorbereitenden Planung, wurden Fundamente für den Unterbau der Litzentechnik eingemessen. Als Unterbau für die Litzentechnik wurden umfassende Stahlbauarbeiten zur Ertüchtigung des Bauwerks notwendig. Zunächst wurden Auflagerplatten ins Wasser gesetzt und mit Quellmörtel vergossen. Quer zur Fahrbahn verbaute Breitflanschträger (HEM 700) auf den Auflagerplatten dienten zur Lasteinleitung. Zusätzlich wurden längs zur Fahrbahn, auf die HEM 700-Träger, weitere Kragträger (HEM 1000) zur Lastaufnahme installiert. Abschließend wurden Anschlagaugen auf den Bestandssteg der Brücke eingebaut. Auf diese Weise wurde der Überbau auf die massive Belastung während des Absenk- und Ausschwimmvorganges vorbereitet.

Im dritten Schritt, dem Aufbau der Litzentechnik, wurden die Litzenheber auf die Breitflanschträger aufgesetzt und die Litzen einzeln eingezogen. Im Anschluss folgten das Einbolzen des Anfahrstückes mit dem Anschlagauge sowie der Lasteinzug. Beim letztendlichen Ablassvorgang erfolgte die Quertrennung der Brücke. Dabei wurde schrittweise das Brückengewicht in die vier Litzengeber eingezogen, bis das Gesamtgewicht von den Litzenhebern getragen wurde. Nach der vollständigen Trennung startete der Ablassvorgang und die gigantischen Hubteile wurden auf Pontons im Wasser abgelassen. Mit Schubleichter und Schubschiff wurden die Elemente auf dem Neckar zum drei Kilometer entfernten Containerterminal Heilbronn transportiert. Hier wurden die Brückenteile „just-in-time“ mit Schneidbrennern zerlegt und weiter verfrachtet. Während des streng durchgetakteten Bauprojekts konnten so, durch die strategisch vorausschauende Logistik, zum einen der Zeitplan eingehalten sowie zusätzlich ein durchlaufender Materialstrom gewährleistet werden.

Nach diesem Bauabschnitt laufen die Abbrucharbeiten im Zuge des A6-Ausbaus durch die Bauarbeitsgemeinschaft zwischen HOCHTIEF Infrastructure und JOHANN BUNTE Bauunternehmung (BAUARGE A6 West) weiter. Der Abbruchspezialist Max Wild leistet auch den Sprengabbruch der bogenförmigen Hohlkastenbrücke sowie den konventionellen Abbruch der Bahnbrücke. Ende des Jahres 2019 konnten die Rückbauarbeiten am Neckartalübergang abgeschlossen werden.

Informationen

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