Auch „bei Königs“ gibt es reichlich Schadstoffe

PBO Umwelt GmbH & Co KG saniert hochherrschaftliche Schlösser

Wer kennt sie nicht, die Schlösser Herrenchiemsee, Linderhof, Nymphenburg und Bellevue?

Die PBO Umwelt GmbH & Co KG aus Holzkirchen, seit 2011 Mitglied im Deutschen Abbruchverband und präqualifiziertes Fachunternehmen, kennt sie noch ein bisschen besser. Im Zuge der uns erteilten umfassenden Sanierungsaufträge konnten wir nicht nur sehen, was „unter den Teppich gekehrt“ worden war, sondern wo in diesen Sehenswürdigkeiten die wirklichen Sanierungs-Probleme versteckt waren.

Im Jahr 2004 ging es mit Schloss Bellevue in Berlin los. Der Amtssitz des Bundespräsidenten wurde über zwei Jahre
lang saniert und technisch aufgerüstet. In dieser Phase bauten wir die Schadstoffe PAK (Polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe) und Asbestzement sowie künstliche Mineralwolle (KMF) fachgerecht in verschiedenen Räumen des Schlosses aus. Eingebaut wurden sie vermutlich in der Wiederaufbauphase, Mitte der 50er Jahre.

Schloss Nymphenburg – Sanierung unzeitgemäßer Baustoffe
Schloss Nymphenburg, eines der größten Königsschlösser in Europa, prägt neben anderen Sehenswürdigkeiten das
Stadtbild Münchens mit seinen vier Parkburgen, Schlossrondell, Marstallgebäude und ca. 180 ha großen Parkanlage
mit historischen Pumpenwerken und Gewächshäusern.

Bleihaltige Farb- und Lackanstriche wurden früher viel zur Konservierung verwendet. So auch bei der Stahlkonstruktion des 1807 erbauten sogenannten „Eiserne Haus“, das als Pflanzhaus für die königliche botanische Sammlung diente. In der Umbauphase vom Eisernen Haus in den Jahren 2010 bis 2014 zu einer Eventlocation kam es im Innenbereich und teilweise im Außenbereich zu einer Kontamination mit Blei.
Unter Beachtung der DGUV Regel 101-004 (früher BGR 128) wurde der Innenbereich und Außenbereich intensivst gereinigt und teilweise die Pflanzerde abgetragen. Im Nachgang wurden von uns dann auch Fensterrahmen vom Schloss, mit teilweise bleihaltigem Anstrich, saniert. Weiter ging es 2017 mit den ehemaligen Soldaten-/Gesinde-Wohnungen im Marstalltrakt, in denen bei vorangegangenen Modernisierungsarbeiten asbesthaltige Fußbodenbeläge und PFS verbaut wurden. Diese unzeitgemäßen Baustoffe wurden gem. der TRGS 519 saniert.

Das neue Schloss Herrenchiemsee mit seinem Glanz und der einzigartigen Lage ist trockenen Fußes nur per Boot
erreichbar. Sämtlicher Materialtransport findet per Lastenfähre zwischen Mühln bei Breitbrunn und Herrenchiemsee statt. Im Südflügel des unvollendeten Schlosses befindet sich ein Museum über König Ludwig II. Im Frühjahr 2016 haben wir Anlagenteile der im Untergeschoss eingebauten Technikzentrale saniert und demontiert. So wurden von uns 2.162 kg klimaschädliches Kältemittel R22 abgesaugt und fachgerecht entsorgt. Ebenso wurden aus dem Lüftungssystem diverse asbesthaltige Brandschutzklappen gem. TRGS 519 ausgebaut.

Schloss Linderhof – Generalsanierung der Venusgrotte mit Flugöffnungen für Fledermäuse
In dem 1878 fertiggestellten Schloss Linderhof (1.000 m über N.N. im Ammergebirge) mit seiner Parkanlage und den verschiedenen Parkbauten soll sich König Ludwig II. sehr gerne aufgehalten haben.

Die „Venusgrotte“ ist eine künstliche Tropfsteinhöhle, die ab 1875 in den Berg eingebaut wurde. Das Bühnenbild der „Venusgrotte“ stammt aus dem I. Akt von Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ und wurde nach seinen Anweisungen angelegt.

In den Jahren 1878 – 1881 erhielt die Grotte ihre für die damalige Zeit hochmoderne elektrische Beleuchtung. Mithilfe auswechselbarer farbiger Glasvorsätze konnte die Grotte in verschiedene Farben getaucht werden. Die „Venusgrotte“ besteht überwiegend aus Kalkbruchsteinwänden, welche mit Ziegelmauerwerksgewölben überdeckt sind. Bauzeitlich wurden die Gewölbe mit zentimeterdickem Teer abgedichtet. Die Dichtigkeit war jedoch nur von kurzer Dauer und so wurden in den Folgejahren nach und nach Schutzdächer als zimmermannsmäßige Konstruktion über Teilbereiche der Venusgrotte bis zur letztendlich gänzlichen Überdachung errichtet.

Im Winter 2008 / 2009 reinigten wir die verputzte Oberseite der Metallkonstruktion / Drahtputzschale durch Absaugen mit leistungsstarken Industriesaugern. In diesem Bereich lagen Kontaminationen durch die farbige Bleiverglasung und PAK-haltige Stäube vor. Glasbruchstücke, sonstige Werkzeuge und Gegenstände die wir fanden, wurden von den Denkmalschützern kartographiert und eingesammelt. Unter Beachtung der Durchbruchgefahr waren alle Mitarbeiter angeseilt und trugen die notwendige Persönliche Schutzausrüstung (PSA).

Diese und viele weitere Arbeiten dienten zur Vorbereitung der sich anschließenden Generalsanierung der Venusgrotte. So wurde z. B. bauseits ein schneesicheres Schutzdach (bei Google-maps sichtbar) über die gesamte Grotte gebaut, neue Ausflug- und Einflugöffnungen für die ganzjährig vorhandenen Fledermäuse geschaffen und das Erdreich über den Gewölben abgetragen.

Seit Sommer 2020 tragen wir händisch mit kleinen Meißeln die bis zu 30mm starke Teerbeschichtung von den gemauerten Gewölben ab. Mit PSA, Sitzschlaufen, auf Dachleitern und selbst gebauten Hilfsmitteln wird die Teerschicht (PAK-Werte bis 54.700mg/kg) dann an den bis zu 9 m hohen Kuppeln entfernt und mit Seilzug und Eimern bis kurz vor die Container gezogen. Die teerbefreiten Flächen werden arbeitstäglich mit Industriesaugern abgesaugt. Auch hier wird natürlich die DGUV Regel 101-004 angewendet und vom SiGeKo und der Bauleitung überprüft.

 

Informationen:

PBO Umwelt GmbH & Co KG
Klaus Recknagel
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Tel.: +49 8024 47397-0
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