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» Wieso heißt es immer noch „Abfall“? | DA Newsletter Nr. 18/2026

Wieso heißt es immer noch „Abfall“? | DA Newsletter Nr. 18/2026

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,

eine neue, vom BDI beauftragte Studie zur Kreislaufwirtschaft sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Denn: Sie setzt einen wichtigen Akzent, indem sie Circular Economy nicht nur als Klima- oder Moralthema behandelt, sondern als Frage von Industriepolitik, Rohstoffsicherheit, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Genau diese Einordnung vertreten wir als Branche seit Jahren.

Aber: Aus Sicht des Deutschen Abbruchverbandes greift die Studie – zumindest im Bausektor – an entscheidenden Stellen zu kurz. Sie benennt zwar insgesamt große Potenziale – bis 2045 kumulierte Bruttowertschöpfungseffekte von 700 bis 880 Milliarden Euro und einen Investitionsbedarf von rund 20 Milliarden Euro für Circular-Economy-Infrastruktur, digitale Lösungen und Recyclingkapazitäten.

Problematisch ist jedoch, dass die Studie im Kern weiter stark aus einer klassischen Abfalllogik heraus argumentiert:

Abfall entsteht – wird besser sortiert – und anschließend recycelt.

Das ist richtig, aber nicht ausreichend. Wer Kreislaufwirtschaft im Bau wirklich ernst meint, muss früher ansetzen: bei Planung, Ausschreibung, Bestandsanalyse, selektivem Rückbau und dem Ziel, hochwertige Materialien gar nicht erst als „Abfall“ zu behandeln.

Gerade hier liegt die Lücke. In der Praxis scheitert Kreislaufwirtschaft nicht daran, dass Rückbau- und Recyclingunternehmen nicht wollen. Sie scheitert an linearen Ausschreibungen, fehlender frühzeitiger Materialplanung, regulatorischer Abfalllogik, Unsicherheiten beim Produktstatus und fehlender Marktintegration von Sekundärmaterialien.

Auch die starke Fokussierung der Studie auf „bessere Sortierung“ als Haupthebel greift aus unserer Sicht zu kurz. Sortierung ist wichtig – aber sie ersetzt keine kreislauforientierte Planung. Und wenn Sanierung als zentraler Hebel beschrieben wird, gleichzeitig aber eingeräumt werden muss, dass viele Bestandsgebäude technisch nicht umfassend modernisierbar sind, braucht es eine ehrliche Debatte darüber.

Die Studie liefert also spannenden Zahlen, nachvollziehbare Potenziale und eine grundsätzlich richtige industriepolitische Einordnung. Aber der nächste Schritt muss lauten: raus aus der reinen Entsorgungslogik, rein in eine echte Kreislauflogik.

Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie entsorgen wir besser?
Sondern: Wie verhindern wir, dass wertvolle Materialien überhaupt erst gedanklich zu Abfall werden?

Passend dazu haben wir zwei spannende Abstracts zu Vorträgen der FACHTAGUNG ABBRUCH 2026 verlinkt.

Wir wünschen eine gute Lektüre.

Ihr Team vom DA


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Die abfallrechtliche Einstufung mineralischer Abfälle gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben in Abbruchprojekten. Sie entscheidet frühzeitig über Kosten, Haftungsfragen und die Möglichkeit einer hochwertigen Verwertung.

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Zirkulärer Rückbau funktioniert dann wirtschaftlich und praktisch, wenn alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten, vom Rückbauunternehmen über Daten- und Marktplatzlösungen bis hin zur erneuten Verwendung im Neubau.

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