
Komplexer Kraftwerksrückbau in Moorburg

Abtrag von unten nach oben
Seit Oktober 2023 ist die Hagedorn Unternehmensgruppe damit beauftragt, am Standort Hamburg-Moorburg eines der größten Kraftwerksareale der vergangenen Jahre zurückzubauen. Dabei kommt umfangreiche Abbruchtechnik zum Einsatz und es sind präzise abgestimmte Prozesse und eine hohe Taktung erforderlich.
Nach der Sprengung der beiden 137 Meter hohen Kamine im November 2024 folgten der Rückbau der E-Filter und des REA-Schaltanlagengebäudes. Im März und April 2025 wurden die beiden Kesselhäuser gesprengt, aktuell läuft ihr strukturierter Abtrag. Auch der Kühlturm wurde oberirdisch zurückgebaut. Seine Kühlturmtasse dient inzwischen als Aufbereitungsfläche für den anfallenden Bauschutt.
Besonderer Fokus lag zuletzt auf dem Kohlekreislager. Da die Fläche zu Beginn des Jahres 2026 an ein Neubauprojekt übergeben werden sollte, wurde dort in hoher Frequenz gearbeitet.
Das Rückbauverfahren unterschied sich deutlich von üblichen Abläufen: Der Abtrag erfolgte von unten nach oben. Zwölf Stützen wurden parallel bearbeitet und schrittweise abgesenkt. Sechs Großgeräte arbeiteten dafür gleichzeitig im Verbund. Die engen Platzverhältnisse und die hohe Maschinendichte erforderten eine detaillierte Planung und exakt abgestimmte Abläufe.
Die eingespielte Mannschaft vor Ort sorgte dafür, dass die Abläufe trotz der komplexen Randbedingungen zuverlässig ineinandergreifen – ein Faktor, der für Hagedorn bei Großprojekten dieser Art entscheidend ist. Parallel entstanden die Fundamentdurchbrüche. Die bis zu zehn Meter breiten und rund drei Meter tiefen Ringfundamente wurden mittels Seilsäge getrennt und anschließend herausgestemmt. Dadurch entstand Raum für neue Leitungsführungen.
In diesen Arbeitsschritt war auch das Tiefbau-Team der Hagedorn Gruppe eingebunden. Es übernahm den Bodeneinbau sowie die Erneuerung der unterirdischen Infrastruktur, darunter Regen- und Schmutzwasserleitungen, Borde, Straßeneinläufe und Rinnen.
Auf der Kraftwerksseite erfolgte zeitgleich der Rückbau der massiven Kohlebandbrücken. Hier arbeitete Hagedorn mit dem eigenen Kranunternehmen WASEL zusammen. Eine 600-Tonnen-Raupe, ein 650-Tonnen-Mobilkran, ein 500-Tonnen-Mobilkran sowie zwei 150-Tonnen-Autokrane hoben die tonnenschweren Baugruppen aus, lösten sie aus der Konstruktion und ermöglichten anschließend deren Zerkleinerung.
Hagedorn-Bauleiter Yannick Dölz betont die Dimension des Vorhabens:
„Der Rückbau in Moorburg erfordert den gesamten Leistungsumfang unserer Abbruchtechnik – von Maschinen der 30- bis 50-Tonnenklasse bis hin zu Geräten mit mehr als 200 Tonnen Einsatzgewicht. Entscheidend ist dabei die enge Abstimmung aller Einsätze mit dem Auftraggeber und den parallellaufenden Neubauprojekten.“
In den kommenden Monaten bleibt das Kohlekreislager der zentrale Schwerpunkt. Gleichzeitig laufen der Abtrag der Kesselhäuser sowie die Rückbauarbeiten an den Schaltanlagengebäuden und am Maschinenhaus weiter.
Der vollständige Rückbau des Kraftwerks ist zugleich Grundlage für das geplante Folgeprojekt: Im Rahmen des Hamburg Green Hydrogen Hub wurde im vergangenen Jahr mit dem Bau einer 100-Megawatt-Elektrolyseanlage begonnen.
Informationen
Hagedorn Unternehmensgruppe
Werner-von-Siemens-Straße 18
33334 Gütersloh
Tel. 05241 5005 10
info@ug-hagedorn.de
www.unternehmensgruppe-hagedorn.de
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