Präzision mit dem Seilbagger unter Extrembedingungen

Kühlturm-Rückbau/-Abbruch

Kaum eine Branche ist so vielfältig wie der Abbruch. Kein Projekt gleicht dem anderen, jedes Bauwerk bringt eigene konstruktive Besonderheiten, räumliche Einschränkungen und technische Herausforderungen mit sich. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Rückbau eines rund 52 Meter hohen Kühlturms in Berlin-Lichterfelde.

Eine Sprengung kam für den Bauherrn nicht infrage, weil sich in unmittelbarer Nähe Gebäudeteile mit sensibler Technik befinden, die keinerlei Erschütterungen oder unkontrollierbare Einwirkungen zulassen. Der Rückbau musste daher kontrolliert und abschnittsweise erfolgen.

Im Vorfeld wurde eine Schadstoffsanierung durchgeführt. Der Umfang war überschaubar: Vor allem Schallschutzkassetten sowie Fallrohre aus Asbestzement wurden fachgerecht entfernt. Erst danach begann der eigentliche konstruktive Rückbau.

Die besondere Herausforderung lag in der Baustellensituation. Der Kühlturm befindet sich in unmittelbarer Nähe des Teltowkanals. Für den eingesetzten Seilbagger stand lediglich eine einzige Arbeits- und Standfläche zur Verfügung – mit entsprechend eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Hinzu kamen angrenzende Gebäude und Rohrbrücken, die den Aktionsradius zusätzlich begrenzten. Jeder Schritt musste exakt geplant werden.

Zum Einsatz kam ein Seilbagger vom Typ Liebherr HS 895 HD mit einer Mastlänge von rund 72 Metern. Im oberen Bereich des Kühlturms wurde mit der Kugel gearbeitet, um die Kühlturmhülle kontrolliert zurückzubauen. Die unteren Abschnitte – ab etwa fünf bis zehn Meter über Geländeoberkante – wurden anschließend mit dem Hydraulikbagger abgebrochen und aufbereitet. Schritt für Schritt wich die massive Stahlbetonkonstruktion – präzise, kontrolliert und unter engen räumlichen Bedingungen.

Trotz der eingeschränkten Standfläche und der sensiblen Umgebung konnte das Projekt sicher umgesetzt werden. Für die sat. Industrie-Abbruch GmbH, die im Dezember auf fast 30 Jahre Erfahrung im Industrieabbruch zurückblickt, ist dieses Projekt ein weiteres Beispiel dafür, wie Know-how und sorgfältige Planung auch unter schwierigen Bedingungen zum Erfolg führen.

Neben dem Rückbau selbst spielte auch die Ressourcenschonung eine wichtige Rolle. Im Zuge der Arbeiten wurden rund 3000m³ an RC-Material gewonnen und dem Stoffkreislauf wieder zugeführt – ein Beleg dafür, dass anspruchsvoller Industrieabbruch heute immer auch Teil zirkulären Bauens ist.

Download PDF Präzision mit dem Seilbagger unter Extrembedingungen

Download